Wie beeinflussen große Küstenbauwerke die sedimentäre Dynamik einer Gezeitenmündung auf Systemebene?

Unsere neueste Veröffentlichung zum Thema „Strukturbedingter turbulenter Auftrieb und Sedimentmobilisierung in einer modifizierten Gezeitenmündung“ ist soeben in „Continental Shelf Research“ erschienen.

Durch die Kombination von Luftbildaufnahmen mit räumlich gepaarten ADCP-Messungen stromaufwärts und stromabwärts einer großräumigen Buhne konnten wir komplexe Wechselwirkungen zwischen Strömung, Struktur und Sediment isolieren und quantifizieren.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:
Wir haben einzigartige hydrodynamische Daten vor, während und nach einem intensiven Sturmereignis erfasst. Damit liefern wir die erste explizite Unterscheidung zwischen episodischen Reaktionen auf Extremereignisse und wiederkehrenden Gezeitenprozessen an Strukturen im Maßstab einer Buhne. Wir haben fünf unterschiedliche Trübungsmuster an der Oberfläche quantifiziert und diese mit hydraulischen Prozessen in Verbindung gebracht, die wiederkehrende Merkmale der Gezeitenanregung sind.

Mithilfe von Reynolds-Spannungen konnten wir zuverlässig einen spezifischen Mechanismus stromabwärts nachweisen, bei dem der unvollkommene Buhnen-Überfall eine bodennahe Deckwalze und eine anschließende turbulente Aufwärtsströmung auslöst. Diese strukturinduzierte Prozesskette und der resultierende Transport sind nicht nur eine lokale Anomalie. Letzterer hat einen erheblichen Anteil am gesamten Sedimenthaushalt des Tidebeckens und treibt weiterhin die langfristige Auskolkung des Nahfelds an.

Die Studie war Teil der Projekte „Gute Küste Niedersachsen“ und „CoastAdapt“, die beide vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wurden.

Hier geht es zu unserem vollständigen Paper:
Herbst, M., Visscher, J., Lojek, O., & Schlurmann, T. (2026). Structure-induced turbulent upwelling and sediment mobilization in a modified tidal inlet. Continental Shelf Research, 301(105718), 105718. doi:10.1016/j.csr.2026.105718

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