Wissens- und Innovationsökosystem „Küsteningenieurwesen & Küstenforschung“ (CoastAdapt)

Kurzdarstellung des Wissenschaftsraumes Klimawandel, Wirtschafts- und Bevölkerungsdynamik im Küstenraum erfordern kontinuierliche gesell schaftliche, wirtschaftliche und technische Anpassungsmaßnahmen, unter fortwährender Einbindung relevanter Akteure. Optimalerweise entsteht ein Wissens- und Innovationsökosystem, das aus Uni versitäten, außeruniversitärer Einrichtungen, Fachbehörden, Verbänden jeglicher Art, Vereinen, Wirtschaftsbetrieben und der Zivilgesellschaft gespeist wird, um in der Breite konsensuale Zukunfts herausforderungen bewältigen zu können. Übergeordnete Ziele eines solchen Ökosystems umfassen (1) die Sicherung der Küsten im Sinne der Daseinsfürsorge, (2) die Erhaltung und Erreichung eines guten ökologischen Zustands der Umwelt und unserer Siedlungsräume sowie (3) die Erhaltung und Steigerung der Attraktivität der Küsten als Lebens- und Wirtschaftsraum. Ein Wissenschaftsraum, der als Wissens- und Innovationsökosystem „Küsteningenieurwesen und Küstenforschung“ mit diesen Zielstellungen fungiert, existiert derzeit aufgrund fehlender Vernetzung vielfältiger Einzelaktivitäten und ungebündelter Fachkompetenzen weder in Niedersachsen noch in Deutschland. Gleichwohl sind die Voraussetzungen zur Zusammenarbeit in der niedersächsischen Forschungslandschaft in Küsten forschung und Küsteningenieurwesen durch Verbundforschungsvorhaben und bilaterale Kollabora tionen bereits in Elementen vorhanden, sodass durch eine strukturelle Vernetzung und Bündelung von Forschung, Lehre und Transfer den Herausforderungen des Klimawandels effizient begegnen kann. Wir werden wertvolle Kenntnisse, Erfahrungswissen und Datenarchive aus der Vergangenheit nutzen und in einem interdisziplinären Team mit modernen Methoden Lösungen für die Zukunft erarbeiten. Wir werden neue Küstenschutzstrategien unter Einbeziehung naturbasierter Lösungen entwickeln. Dazu müssen wir zeit-räumliche Entwicklungen von Küstenlandschaften und deren Steuerungsfaktoren sowie die Dynamik der Sedimente, des Oberflächen- und des Grundwassers verstehen und vorhersagen können. Wir können dabei von der prä-Deichbau Küstenlandschaft lernen, was modellhaft entlang von Profilverläufen von den Dünenküste der Inselns über das Watt, die Salzwiesen, den gedeichten Küsten mit Marsch und Mooren, sowie dem Festland bis zur Geest geschehen wird. Wir organisieren hierzu eine intensive, vernetzte Forschungszusammenarbeit mit monatlichen Hybridsitzungen, gemeinsamen Feld-/Laboraktivitäten und mit jährlichen Arbeitstreffen. Die Herausforderungen des regionalen sowie des internationalen Arbeitsmarktes besteht in der Ausbildung von ausreichend Hochschulabsolventen, deren Markenzeichen anders als in bisherigen disziplinär verorteten Studiengängen vermehrt darauf ausgelegt sein muss, entlang interdisziplinärer Grenzen zukünftige Herausforderungen im Küstenraum bewältigen zu können. Der Wissenschaftsraum reagiert auf diese Notwendigkeit mit der konzeptionellen Entwicklung eines ingenieur- und natur wissenschaftlich geprägten, englischsprachigen Masterstudiengangs (Arbeitstitel „Sustainable coastal engineering and science“). Der Wissenschaftsraum erarbeitet ein Curriculum, erprobt erste gemeinsame Lehraktivitäten und bereit den Studiengang vor. Der Wissenschaftsraum verwertet und transferiert die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Leitfäden sowie politische und wirtschaftliche Beratung zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen. Die Einbindung niedersächsischer Landesbetriebe und der Nationalparkverwaltung stellt einen direkten Kontakt für den Transfer dar.