CoastAdapt: Mit Wissenschaft & Innovation widerstandsfähige Küsten gestalten
CoastAdapt verbindet Wissenschaft, Ingenieurwesen und Interessensvertreter*innen um nachhaltige anpassungstrategien für Küstenregionen zu entwickeln.
Über das CoastAdapt Projekt
CoastAdapt ist ein Wissens- und Innovationsökosystem für Küsteningenieurwesen und Küstenforschung in Niedersachsen. Die Initiative bringt Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Behörden und die Zivilgesellschaft zusammen, um aktuelle und zukünftige Herausforderungen in Küstenregionen gemeinsam anzugehen. Küstengebiete sind zunehmend von Klimawandel, wirtschaftlicher Entwicklung und Bevölkerungsdynamik betroffen, was kontinuierliche Anpassungsstrategien erfordert. Zwar ist in vielen Institutionen bereits wertvolles Fachwissen vorhanden, doch ist dieses oft auf einzelne Aktivitäten verteilt. CoastAdapt stärkt die Zusammenarbeit, indem es wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen und Daten interdisziplinär vernetzt. Durch die Bündelung dieser Kapazitäten unterstützt die Initiative die Entwicklung nachhaltiger, wissenschaftlich fundierter Lösungen für widerstandsfähige Küstenumgebungen und -gemeinschaften.
Ziele und wissenschaftliche Vision
CoastAdapt hat sich zum Ziel gesetzt, einen wissenschaftlichen Bereich für Küsteningenieurwesen und Küstenforschung zu etablieren, der koordinierte Antworten auf die wachsenden Herausforderungen für Küstenregionen ermöglicht.
Klimawandel, wirtschaftliche Entwicklung und Bevölkerungsdynamik erfordern kontinuierliche soziale, wirtschaftliche und technische Anpassungsmaßnahmen, an denen ein breites Spektrum von Akteuren beteiligt ist.
Die Initiative fördert ein Wissens- und Innovationsökosystem, das Universitäten, Forschungseinrichtungen, Fachbehörden, Unternehmen und die Zivilgesellschaft miteinander verbindet.
Die übergeordneten Ziele sind:
- die Sicherung der Küsten im Sinne der Daseinsfürsorge,
- die Erhaltung und Erreichung eines guten ökologischen Zustands der Umwelt und unserer Siedlungsräume sowie
- die Erhaltung und Steigerung der Attraktivität der Küsten als Lebens- und Wirtschaftsraum
Wissenschafliche Methoden und Verständniss vom Küstensystem
CoastAdapt entwickelt innovative Strategien zum Küstenschutz, die zunehmend naturbasierte Lösungen einbeziehen. Um dies zu erreichen, ist ein umfassendes Verständnis der Küstenlandschaften und der sie bestimmenden Prozesse erforderlich. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Analyse und Vorhersage der zeitlichen und räumlichen Entwicklung von Küstensystemen, einschließlich der Sedimentdynamik sowie der Wechselwirkungen zwischen Oberflächen- und Grundwasser. Die Initiative untersucht Küstenlandschaften entlang von Profilen, die sich von den Dünenküste der Inselns über das Watt, die Salzwiesen, den gedeichten Küsten mit Marsch und Mooren, sowie dem Festland bis zur Geest erstrecken. Historisches Wissen, Langzeitdatenarchive und interdisziplinäres Fachwissen werden mit modernen Überwachungs- und Modellierungsmethoden kombiniert, um nachhaltige Lösungen für die zukünftige Anpassung der Küsten zu entwickeln. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit wird durch intensive Vernetzung gestärkt, darunter monatliche Hybrid-Treffen, gemeinsame Feld- und Laboraktivitäten sowie jährliche Arbeitstreffen.
Bildung, Ressourcenaufbau und Wissentransfer
Um den künftigen Herausforderungen im Küstenbereich zu begegnen, bedarf es einer neuen Generation interdisziplinärer Fachkräfte, die in der Lage sind, ingenieurwissenschaftliche und naturwissenschaftliche Disziplinen zu verbinden. CoastAdapt reagiert auf regionale und internationale Anforderungen des Arbeitsmarktes durch die Entwicklung eines englischsprachigen Masterstudiengangs mit dem vorläufigen Titel „Sustainable Coastal Engineering and Science“.
Die Initiative entwickelt den Lehrplan, führt gemeinsame Lehrveranstaltungen als Pilotprojekte durch und bereitet die Umsetzung dieses interdisziplinären Studienprogramms vor. Die im Rahmen von CoastAdapt gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse werden durch technische Leitlinien sowie durch politische und wirtschaftliche Beratungsaktivitäten in die Praxis übertragen. Eine enge Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Landesbetrieb und der Nationalparkverwaltung gewährleistet die direkte Anwendung der Forschungsergebnisse zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen.

