Zur Erforschung der Paläolandschaft sind geologische Proben unerlässlich. Also ging es Mitte März für die Kolleginnen um AP6 auf eine Bohrkampagne nach Neuharlingersiel. Dabei waren auch Forschende und Studierende der Universität Mainz, (AG Geomorphologie), die CoastAdapt mit viel Erfahrung und tollem Equipment unterstützen.
Die Kolleg:innen aus Mainz waren im Rahmen einer Geländeübung unterwegs und die Studierenden erhielten dabei die Gelegenheit, die Durchführung wissenschaftlicher Bohrungen direkt in der Praxis kennenzulernen. Neben der Arbeit im Gelände gab Dr. Ines Bruns den Studierenden außerdem Einblicke in die Ziele von CoastAdapt sowie in die Geologie der niedersächsischen Küste. Besonders spannend: Die gewonnenen Daten fließen unmittelbar in die aktuelle Forschung ein.
Im Rahmen der Kampagne wurden zwei Bohrungen mit Kerngewinn niedergebracht. Ziel war es, die vollständige Sedimentabfolge des Küstenholozäns zu erfassen. Von besonderem Interesse ist dabei ein Torfhorizont, der sogenannte Klappklei-Lagen enthält – Sedimentablagerungen, die durch Sturmfluten vor dem Deichbau entstanden sind.
In den kommenden Monaten sollen diese Sturmflutlagen datiert werden. Dadurch lässt sich rekonstruieren, wann vergangene Sturmfluten die Küstenlandschaft prägten und welche Auswirkungen sie auf die Landschaft vor dem Bau von Deichen hatten. Die neuen Bohrkerne liefern damit wertvolle Einblicke in die Küstengeschichte und die Dynamik vergangener Extremereignisse.

