Arbeitspaket 4
Salzwiesen als ökosystembasierte Küstenschutzelemente
Der Schwerpunkt des Teilprojektes 4 liegt auf der Entwicklung von Maßnahmen zum Schutz der Salzwiesen, um diese als ökosystembasiertes Küstenschutzelement und besonders schützenswerte Biotope zu erhalten.
In der Historie wurden Lahnungsfelder vor den Hauptdeichen vor allem errichtet, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich das Hauptziel des Lahnungsbaus stark gewandelt: Salzwiesen bilden heute als ökosystembasiertes Küstenschutzelement einen wesentlichen Baustein des Küstenschutzsystems an der Niedersächsischen Festlandsküste. Zudem stellen sie besonders wertvolle und streng geschützte Biotope im Nationalpark Wattenmeer dar und bilden CO2 Senken. Vor dem Hintergrund des Meeresspiegelanstieges werden die naturräumlichen Potentiale einer natürlichen Salzwiesenbildung erheblich reduziert und die Erosionsgefährdung bestehender Salzwiesen auf Grund einer verstärkten Strömungs- und Seegangsexposition steigen. Um Salzwiesenbildung und -schutz unter diesen veränderten Rahmenbedingungen zu ermöglichen, sind nachhaltige, unterstützende, innovative und standortangepasste technische Maßnahmen zur Seegangs- und Strömungsreduzierung erforderlich.
In diesem Teilprojekt werden technische Realisierungsmöglichkeiten untersucht und weiterentwickelt, um Salzwiesenbildung und -schutz nachhaltig zu realisieren. Hierbei sollen die Funktionalität verschiedener, aus natürlichen Materialien bestehender Bauweisen variiert und optimiert sowie innovative, standortangepasste Konstruktionen basierend auf einem erweiterten Verständnis der Interaktion zwischen Bauwerk und einwirkenden Kräften entwickelt und bewertet werden. Hierfür bilden Modellversuche sowie ergänzende Felduntersuchungen eine wesentliche Basis.
Kernaspekte:
- Erhalt von Salzwiesen als ökosystembasiertes Küstenschutzelement und wertvoller Lebensraum
- Reduktion von Salzwiesenrückgang und Förderung von Salzwiesenbildung
- Entwicklung und Untersuchung von physikalischen Ersatzmodellen zur Ermittlung der hydrodynamischen Wirkung von Lahnungen als Schutzstrukturen
- Entwicklung eines optimierten Designs der Schutzstrukturen
- Implementierung der Erkenntnisse in einem mit Messtechnik ausgestatteten Testfeld an der Küste
